Liebe Stärkendenkerinnen und liebe Stärkendenker, liebe Leserinnen und liebe Leser,

wie geht es Euch? Findet Ihr Euch langsam in der neuen Normalität ein?

Neben den vielen interessanten Dingen, die ich zur Online-Lehre, Erstellung von Videos usw. gerade lerne, habe ich mich in den letzten Wochen mal wieder mit eher philosophischen Themen befasst, denn die Stärkenarbeit zeichnet sich ja durch zwei Bereiche aus:

  • einer Philosophie bzw. einer bestimmten Denkweise (Mindset) und
  • dem methodischen Handeln.

Ganz zufällig bin ich dabei auf das japanische Lebenskonzept IKIGAI gestoßen. Beim IKIGAI geht es darum, den persönlichen Lebenssinn zu finden – und genau das ist ja auch ein wesentlicher Teil der Stärkenarbeit. Das japanische Konzept zielt nicht nur auf Selbstoptimierung und Selbstperfektionismus, vielmehr geht es neben der Suche nach individueller Glückseligkeit auch um die Frage, welchen Beitrag Menschen in ihrer Community leisten können. Das Konzept betrifft somit neben den Dingen, die mich glücklich machen und die ich gut kann, auch die Frage, was mein Beruf und vielleicht auch meine Berufung ist.

Das Konzept IKIGAI passt durch den Bezug zu den Lebenswelten von Menschen also gut zur Stärkenarbeit, denn auch dieser liegt eine Weltanschauung zugrunde, in der die positiven Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen gesehen werden, genauso wie auch das Zusammenspiel von Menschen und ihrem Umfeld berücksichtigt wird.

Das IKIGAI-Konzept hat mich inspiriert, mich mit den folgenden Fragen zu beschäftigten:

  • Was kann ich tun, um die Stärkenarbeit noch mehr in die Praxis zu bringen?
  • Wie kann ich Menschen unterstützen, ihre Stärken zu entfalten und persönliche Ziele zu erreichen?

Daher habe ich auch einige Fragen an Euch: Was sind Themen, die Euch interessieren? Was ist für Euch hilfreich? Wie kann ich Euch in der Stärkenarbeit unterstützen?

Toll wäre, wenn Ihr mir dazu einen Kommentar hinterlassen oder mir eine Nachricht schreiben würdet.

Ich freue mich, von Euch zu hören!

Herzliche Grüße in alle Richtungen!

Cheers,

Corinna 🙂

Pfingstrose

 

Liebe Stärkendenkerinnen und liebe Stärkendenker, liebe Leserinnen und liebe Leser,

wie geht es Euch? Hoffentlich erreichen Euch diese Zeilen gesund und munter.

Bei mir ist es nach wie vor recht turbulent, denn im Hochschulbereich muss einiges organisiert werden, um auch das restliche Semester auf Online-Lehre umzustellen. In diesen Umstellungsprozessen bin ich aber glücklicherweise oftmals in meinem Element, denn ich lerne gerne Neues, sodass ich mich gerade mit viel Neugierde und Freude durch unterschiedliche Online-Formate durchprobiere.

Meine eigenen praktischen Aktivitäten in der Online-Welt sind aufgrund der mangelnden Übung teilweise noch etwas zeitintensiv. Für die Aufzeichnung des Vortrages für die Social Work Day 2020 Conference an der University of Kansas zum Beispiel haben Matthias Müller und ich mehrere Anläufe gebraucht. Aber auch das hat Spaß gemacht und ich bin froh, dass es nun geschafft ist. Die Konferenz-Beiträge sind übrigens unter https://socwel.ku.edu/swd2020 zu finden.

Mich interessiert insbesondere das Thema Stärkenarbeit in der Ausbildung, das auch mit einigen Beiträgen in der Online-Konferenz vertreten ist. Denn ich bin absolut davon überzeugt, dass wir gerade in den sozialen und gesundheitlichen Bereichen mehr dafür tun müssen, dass der Nachwuchs sich seiner Stärken bewusst ist, wenn er in die Arbeit mit KlientInnen geht. Empower yourself to empower others ist hier meine Devise.

Wollen wir andere Menschen befähigen, ist es also wichtig, hierbei auch die eigenen Stärken einzusetzen.

Lea Waters beschäftigt sich in ihrem Buch The Strengths Switch mit einer stärkenorientierten Kindererziehung. Sie beschreibt drei Typen der Stärkenvermittlung bei Eltern, die sich meiner Ansicht nach auch gut auf die Arbeit mit KlientInnen oder den Bildungsbereich beziehen lassen:

  • die Stärken-KommunikatorInnen,
  • die Stärken-AktivistInnen,
  • die Stärken-GestalterInnen.

Die Stärken-KommunikatorInnen nutzen Gespräche, um Stärken zu erkunden und zu entfalten. Die Stärken-AktivistInnen wählen praktische Tätigkeiten. Beispielsweise zeigen sie, wie ein Haushaltsbuch geführt oder ein bestimmtes Gericht gekocht wird, denn durch diese gemeinsamen Aktivitäten können Stärken von KlientInnen aufgegriffen und gestärkt werden. Die Stärken-GestalterInnen wiederum schaffen Gelegenheiten, in denen KlientInnen gut Ihre Stärken ausspielen können. Beispielsweise könnte bei einer Klientin, die ihre Stärken im kreativen Bereich sieht, die Teilnahme an einem Kunstprojekt ermöglicht werden.

Natürlich ist diese Darstellung rein theoretisch, denn in der Realität sind diese Typen immer vermischt. Kein Mensch lässt sich nur einer Kategorie zuordnen. Aber ich finde es interessant zu überlegen, wie die Mischverhältnisse sind. Für mich habe ich das überlegt und auch mal grafisch dargestellt.  Wie Ihr in der Abbildung sehen könnt, gibt es eine Verteilung auf die drei Stärkenentfaltungs-Typen:

Stärkenentfalter_Typen

Bei mir, wie wahrscheinlich bei vielen Menschen aus dem Bildungsbereich, spielt die Kommunikation eine sehr große Rolle. Ich habe aber auch etwas von einer Aktivistin, wenn es beispielsweise darum geht, mit Menschen im Rahmen der Fallarbeit Ziele zu entwickeln und zu formulieren. Gleichzeitig liebe ich es, beispielsweise über neue Workshops oder auch Übungen Gestaltungsräume zu schaffen – das ist dann mein GestalterInnenanteil.

Was meint Ihr: Welche Anteile seht Ihr bei Euch? Euch das zu überlegen lohnt, denn es ist sinnvoll, auf die eigenen Stärken und Präferenzen zu achten und diese gezielt einzusetzen, damit die Stärkenarbeit Spaß macht. Also überlegt Euch: Welcher Stärken-Typ spricht Euch am meisten an? Wie sieht Euer Mischverhältnis aus? Und wie könnt Ihr diese Erkenntnisse in Euren Arbeitsalltag einbauen?

Herzliche Grüße in alle Richtungen!

Corinna

 

 

Liebe Stärkendenkerinnen und liebe Stärkendenker,

liebe Leserinnen und liebe Leser,

wie geht es Euch?

Ich weiß, dass die nächste Frage in Anbetracht der COVID-19-Pandemie vielleicht etwas irritiert, aber sie ist mir dennoch wichtig: Was habt Ihr in den letzten Wochen Schönes erlebt?

Die letzten Wochen waren turbulent, wir müssen uns gerade an so vieles anpassen und vieles ist noch ungewiss. Eigentlich gibt es nur noch schlimme Nachrichten um uns herum, und ich denke seit Tagen, dass ich als Fan der Stärkenperspektive einen hoffnungsvollen Blick haben und positiv denken sollte. Und wirklich: Das fällt zwar schwer, aber tatsächlich gibt es in diesem Chaos glückliche Momente. Zudem gibt es in den Sozialen Medien viele Aktionen, die versuchen, die Zeit des Zuhausebleibens und des körperlichen Abstandhaltens zu verschönern. So gibt es viele neue Initiativen und ehrenamtlichen Angebote. Über Soziale Medien und Zettel, die unter Wohnungstüren durchgeschoben oder im Treppenhaus aufgehängt werden, wird Hilfe offeriert, es wird gemeinsam musiziert, gesungen, Sport gemacht und gelacht.

Für die nächsten Wochen habe ich mir deshalb ein neues Projekt gewählt: Ich werde versuchen, in dieser Zeit bewusst wichtige positive Veränderungen zu dokumentieren.

Hier sind schon mal ein paar Links zu interessanten Initiativen:

  • Einkaufshilfen in der Nachbarschaft findet man unter https://nebenan.de.
  • Nachbarschaftshilfe wird über https://gemeinschaft.online
  • Die deutsche Angst-Hilfe e.V. informiert auf der Seite https://www.angstselbsthilfe.de/angstfrei-news/ zweimal täglich über aktuelle Ereignisse, ohne Menschen mit einer Angststörung oder insgesamt Menschen, denen es gesundheitlich (mental oder psychisch) nicht gut geht, zu triggern. Denn die ständigen Nachrichten mit den aktuellen Zahlen der Infizierten und Todesfälle setzen diesen Personengruppen besonders zu.
  • Für eine stärkende Beschäftigung möchte ich ein Kartenset empfehlen, das dabei hilft, auch in schwierigen Zeiten positive Gedanken zu formulieren: https://www.carl-auer.de/media/pdf/innen-leben-kartenset-ebersberger-bohne.pdf

Damit die Pandemie nicht zu einem Gedankenkarussell führt, das in einer dauerhaft getrübten Stimmung endet, ist es wichtig, sich auch in dieser Zeit der Verunsicherung und Schicksalsschläge folgende Fragen zu stellen, um sich auf etwas Positives zu fokussieren:

  • Welche Pläne habe ich, die ich unter den gegebenen Bedingungen (vielleicht sogar besser als sonst) umsetzen kann?
  • Was möchte ich vielleicht Neues lernen? Oder gibt es vielleicht alte Projekte, die aufzugreifen sich lohnen würde?
  • Wie kann ich mir selbst etwas Gutes tun, was meine Resilienz erhöht und mich besser mit dem Stress umgehen lässt?
  • Welche Stärken besitze ich, die mir oder auch anderen in dieser Krise helfen können?
  • Wie kann ich mich in Achtsamkeit üben und was bedeutet es für mich, der Pandemie und meinen Mitmenschen achtsam entgegenzutreten?

Ich jedenfalls werde mich jetzt mit der Online-Lehre auseinandersetzen. Zu der Konferenz an der University of Kansas anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Stärkenperspektive kann ich zwar nicht mehr fahren, aber es wird zu diesem Anlass ein aufgezeichneter internetbasierten Vortrag von mir und meinem Kollegen Matthias Müller gezeigt werden. Und dafür muss ich noch etwas üben!

Bleibt gesund und setzt zwischendurch die Stärkenbrille auf!

Herzliche Grüße an euch alle aus dem Homeoffice!

Corinna

Liebe Stärkendenkerinnen und liebe Stärkendenker,
liebe Leserinnen und liebe Leser,

es ist unglaublich, aber die Stärkenperspektive ist mittlerweile schon 30 Jahre alt!

Der Geburtsort der Stärkenperspektive ist die University of Kansas (KU) in Lawrence, einer Stadt in den USA. Hier wurde der stärkenorientierte Ansatz in den 1980er-Jahren von verschiedenen KollegInnen entwickelt und hat seitdem mit seinen Prinzipien die Soziale Arbeit international bereichert. Kein Wunder also, dass im letzten und in diesem Jahr an der KU zahlreiche Veranstaltungen und Feierlichkeiten zu diesem bedeutenden Jubiläum stattfanden und -finden.

Die Stärkenperspektive ist ein Blickwinkel oder eine spezielle Art des Denkens, die in der Arbeit mit Menschen sehr wichtig ist. Denn insbesondere in Systemen, in denen immer wieder Probleme und Defizite in den Vordergrund rücken, hilft ein Stärkenblick dabei, die Dinge zu sehen, die gut sind, bzw. das zu sehen, was funktioniert. Dies liegt daran, dass die Stärken und Ressourcen von Menschen fokussiert und die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt werden. Jedoch heißt das nicht, dass Problemlagen und Defizite ignoriert werden. Im Gegenteil: Insbesondere Problemlage, die in strukturellen Gegebenheiten (wie fehlende Infrastruktur in ländlichen Bereichen, Wartezeiten bei SchuldnerInnenberatungstellen etc.) begründet liegen, müssen unbedingt erkannt und auch benannt werden. Der Fokus gilt nur nicht allein oder primär diesen Defiziten, sondern mit der Stärkenperspektive wird der Blick immer wieder auch auf günstige Bedingungen der Lebenswelten von Menschen und auf deren Ressourcen und Kompetenzen gerichtet. Mit diesem Fokus auf die Stärken der Menschen und die Ressourcen im Umfeld bündelt die Stärkenperspektive zentrale Werte und Arbeitsprinzipien der Sozialen Arbeit.

Um das Jubiläum der Stärkenperspektive zu feiern wird es auch eine neue Publikation geben: Rooted in Strengths: 30 Years of the Strengths Perspective in Social Work. Auf diese Publikation bin ich sehr gespannt und freue mich ganz besonders darüber, dass ich an dem Fachtag, der die Veröffentlichung begleitet, persönlich dabei sein kann.

Über dieses Ereignis und über andere Informationen rund um die Stärkenperspektive werde ich im Newsletter berichten. Denn ich habe mir fest vorgenommen, mich auf diesem Weg etwa einmal im Monat mit Neuigkeiten bei Euch zu melden.

Ich wünsche allen ein frohes und gesundes Jahr 2020 und hoffe, dass Ihr auch viele schöne kleine und große Vorhaben und Pläne habt.

Herzliche Grüße in alle Richtungen!

Cheers
Corinna

Hooray 2020