Liebe Stärkendenkerinnen und liebe Stärkendenker, liebe Leserinnen und liebe Leser,

wie geht es Euch? Hoffentlich erreichen Euch diese Zeilen gesund und munter.

Bei mir ist es nach wie vor recht turbulent, denn im Hochschulbereich muss einiges organisiert werden, um auch das restliche Semester auf Online-Lehre umzustellen. In diesen Umstellungsprozessen bin ich aber glücklicherweise oftmals in meinem Element, denn ich lerne gerne Neues, sodass ich mich gerade mit viel Neugierde und Freude durch unterschiedliche Online-Formate durchprobiere.

Meine eigenen praktischen Aktivitäten in der Online-Welt sind aufgrund der mangelnden Übung teilweise noch etwas zeitintensiv. Für die Aufzeichnung des Vortrages für die Social Work Day 2020 Conference an der University of Kansas zum Beispiel haben Matthias Müller und ich mehrere Anläufe gebraucht. Aber auch das hat Spaß gemacht und ich bin froh, dass es nun geschafft ist. Die Konferenz-Beiträge sind übrigens unter https://socwel.ku.edu/swd2020 zu finden.

Mich interessiert insbesondere das Thema Stärkenarbeit in der Ausbildung, das auch mit einigen Beiträgen in der Online-Konferenz vertreten ist. Denn ich bin absolut davon überzeugt, dass wir gerade in den sozialen und gesundheitlichen Bereichen mehr dafür tun müssen, dass der Nachwuchs sich seiner Stärken bewusst ist, wenn er in die Arbeit mit KlientInnen geht. Empower yourself to empower others ist hier meine Devise.

Wollen wir andere Menschen befähigen, ist es also wichtig, hierbei auch die eigenen Stärken einzusetzen.

Lea Waters beschäftigt sich in ihrem Buch The Strengths Switch mit einer stärkenorientierten Kindererziehung. Sie beschreibt drei Typen der Stärkenvermittlung bei Eltern, die sich meiner Ansicht nach auch gut auf die Arbeit mit KlientInnen oder den Bildungsbereich beziehen lassen:

  • die Stärken-KommunikatorInnen,
  • die Stärken-AktivistInnen,
  • die Stärken-GestalterInnen.

Die Stärken-KommunikatorInnen nutzen Gespräche, um Stärken zu erkunden und zu entfalten. Die Stärken-AktivistInnen wählen praktische Tätigkeiten. Beispielsweise zeigen sie, wie ein Haushaltsbuch geführt oder ein bestimmtes Gericht gekocht wird, denn durch diese gemeinsamen Aktivitäten können Stärken von KlientInnen aufgegriffen und gestärkt werden. Die Stärken-GestalterInnen wiederum schaffen Gelegenheiten, in denen KlientInnen gut Ihre Stärken ausspielen können. Beispielsweise könnte bei einer Klientin, die ihre Stärken im kreativen Bereich sieht, die Teilnahme an einem Kunstprojekt ermöglicht werden.

Natürlich ist diese Darstellung rein theoretisch, denn in der Realität sind diese Typen immer vermischt. Kein Mensch lässt sich nur einer Kategorie zuordnen. Aber ich finde es interessant zu überlegen, wie die Mischverhältnisse sind. Für mich habe ich das überlegt und auch mal grafisch dargestellt.  Wie Ihr in der Abbildung sehen könnt, gibt es eine Verteilung auf die drei Stärkenentfaltungs-Typen:

Stärkenentfalter_Typen

Bei mir, wie wahrscheinlich bei vielen Menschen aus dem Bildungsbereich, spielt die Kommunikation eine sehr große Rolle. Ich habe aber auch etwas von einer Aktivistin, wenn es beispielsweise darum geht, mit Menschen im Rahmen der Fallarbeit Ziele zu entwickeln und zu formulieren. Gleichzeitig liebe ich es, beispielsweise über neue Workshops oder auch Übungen Gestaltungsräume zu schaffen – das ist dann mein GestalterInnenanteil.

Was meint Ihr: Welche Anteile seht Ihr bei Euch? Euch das zu überlegen lohnt, denn es ist sinnvoll, auf die eigenen Stärken und Präferenzen zu achten und diese gezielt einzusetzen, damit die Stärkenarbeit Spaß macht. Also überlegt Euch: Welcher Stärken-Typ spricht Euch am meisten an? Wie sieht Euer Mischverhältnis aus? Und wie könnt Ihr diese Erkenntnisse in Euren Arbeitsalltag einbauen?

Herzliche Grüße in alle Richtungen!

Corinna

 

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